SEO-Audit: Was dabei wirklich geprüft wird

Alex

26. August 2026

SEO-Audit: Was dabei wirklich geprüft wird

Viele Unternehmen beauftragen ein SEO-Audit, weil Rankings eingebrochen sind oder eine Agentur es empfohlen hat. Was dabei konkret untersucht wird, bleibt für Auftraggeber oft unklar. Das Problem: Wer die Prüfpunkte nicht kennt, kann weder die Ergebnisse bewerten noch sinnvolle Folgemaßnahmen priorisieren. Dieser Artikel zeigt, worauf es bei einem professionellen Audit tatsächlich ankommt.

Technische Basis: Crawling und Indexierung

Der erste große Block betrifft die technische Infrastruktur. Suchmaschinen müssen eine Website vollständig crawlen und indexieren können, bevor Rankings überhaupt möglich sind. Entsprechend beginnt jedes seriöse Audit mit einer Crawl-Analyse, meist mithilfe von Tools wie Screaming Frog oder Sitebulb. Das Ziel ist einfach: herausfinden, was Googlebot sieht und was er nicht sieht.

Konkret geprüft werden dabei unter anderem:

  • Fehlerhafte Statuscodes (404-Seiten, Weiterleitungsketten mit mehr als zwei Hops)
  • Canonicalization-Fehler, etwa wenn mehrere URLs denselben Content ausliefern
  • Robots.txt-Einträge, die relevante Seiten versehentlich sperren
  • Sitemap-Qualität: Sind alle wichtigen URLs enthalten, keine gesperrten oder fehlerhafte?
  • Indexierungsprobleme, die sich in der Google Search Console als „Seite mit Noindex-Tag“ oder „Gecrawlt, aber derzeit nicht indexiert“ zeigen

Ein häufiges Praxisproblem: Shop-Systeme wie Shopware oder WooCommerce erzeugen durch Filter-URLs Tausende von Duplikaten. Ohne saubere Canonical-Tags oder URL-Parameter-Konfiguration indexiert Google davon einen Bruchteil nach eigenem Ermessen, was zu Rankingverlusten bei Hauptkategorieseiten führen kann.

Seitengeschwindigkeit und Core Web Vitals

Seit dem Page Experience Update 2021 sind Ladezeiten offiziell ein Rankingfaktor. Gemessen werden die Core Web Vitals: Largest Contentful Paint (LCP), Interaction to Next Paint (INP) sowie Cumulative Layout Shift (CLS). Google gibt dabei konkrete Schwellwerte vor: Ein LCP unter 2,5 Sekunden gilt als „gut“, alles über 4 Sekunden als „schlecht“.

Ein Audit analysiert diese Werte getrennt für Desktop und Mobilgeräte, da beide Umgebungen stark abweichen können. Besonders kritisch ist die mobile Performance, weil Google seit 2023 ausschließlich den Mobile-First-Index verwendet. Eine Unternehmenswebsite, die auf dem Desktop in 1,8 Sekunden lädt, kann mobil durch nicht optimierte Bilder oder blockierendes JavaScript auf über 6 Sekunden kommen und verliert dadurch Positionen, die nichts mit dem Content zu tun haben.

OnPage-Struktur und Keyword-Ausrichtung

Hier prüfen Auditoren, ob Inhalte so aufgebaut sind, dass Suchmaschinen das Hauptthema einer Seite klar erkennen. Das beginnt bei Title-Tags und Meta-Descriptions: Sind sie vorhanden, einzigartig und enthalten das relevante Keyword? Fehlen Title-Tags oder sind sie doppelt vergeben, schreibt Google sie häufig selbst um, mit oft unvorteilhaften Ergebnissen.

Geprüft wird außerdem die Überschriftenhierarchie. Ein einzelner H1 pro Seite ist Standard. Fehlende H1-Tags oder mehrfach gesetzte H1s sind technisch keine Katastrophe, erschweren aber die semantische Einordnung. Wichtiger ist die inhaltliche Abdeckung: Behandelt eine Seite ein Thema vollständig oder gibt es erkennbare Lücken, die Wettbewerber füllen?

Agenturen mit Erfahrung in der Suchmaschinenoptimierung, wie etwa stark.marketing, analysieren dabei nicht nur einzelne Keywords, sondern den gesamten thematischen Kontext einer Seite und wie gut sie zur Suchintention der Zielgruppe passt.

Dazu kommt die interne Verlinkung. Seiten, die thematisch verwandt sind, sollten miteinander verlinkt werden. Eine Kategorie ohne interne Links aus dem Blog oder verwandten Landingpages bekommt weniger „Linkjuice“ und rankt entsprechend schwächer. Viele Websites haben hier erhebliches Potenzial, das ohne neuen Content erschlossen werden kann.

Backlink-Profil und externe Autorität

Ein Backlink-Audit analysiert, welche externen Seiten auf die eigene Domain verweisen. Geprüft werden Quantität, Qualität und Ankertexte. Nicht alle Links sind wertvoll: Links von thematisch irrelevanten oder als Spam eingestuften Domains können sich negativ auswirken. In der Praxis zeigt sich das selten als direktes Penalty, häufiger aber als Stagnation, weil neue Links keinen Aufwärtstrend auslösen.

Konkret schauen Auditoren auf:

  • Domainvielfalt: 500 Links von 10 Domains sind weniger wert als 200 Links von 150 unterschiedlichen Quellen
  • Ankertext-Verteilung: Zu viele exakt übereinstimmende Keyword-Ankertexte wirken unnatürlich
  • Verlorene Links: Wenn starke Backlinks ohne Weiterleitungen auf 404-Seiten laufen, geht Linkpower verloren
  • Toxische Links: Domains mit sehr niedrigem Trust-Score, die ausschließlich auf kommerzielle Seiten verlinken

Duplicate Content und strukturierte Daten

Duplicate Content entsteht seltener durch absichtliches Kopieren als durch technische Schwächen: HTTP und HTTPS als separate URLs, www und non-www-Varianten, Druckversionen von Seiten oder CMS-Paginierungen ohne korrekte Canonical-Behandlung. Ein Audit quantifiziert das Problem. Sind 30 Prozent aller gecrawlten URLs Duplikate, hat das spürbaren Einfluss auf das Crawlbudget und die Indexierungstiefe.

Strukturierte Daten, also Schema.org-Markup, werden geprüft, weil sie Suchmaschinen helfen, Inhalte einzuordnen, und weil sie Rich Snippets ermöglichen. Fehler in der Implementierung, etwa falsch geschachtelte Objekte oder fehlende Pflichtfelder, lassen sich direkt im Rich Results Test von Google prüfen. Ein E-Commerce-Shop ohne korrektes Product-Markup verzichtet auf Sternebewertungen und Preisangaben in den Suchergebnissen und verliert Klicks, obwohl die Position dieselbe ist.

Was am Ende des Audits zählt

Ein professionelles SEO-Audit endet nicht mit einer Liste von Problemen. Es priorisiert nach Aufwand und zu erwartendem Effekt. Typischerweise unterscheidet man zwischen Quick Wins, die innerhalb weniger Tage umgesetzt werden können, und strukturellen Maßnahmen, die Entwicklungsressourcen oder neue Inhalte erfordern.

Als Faustregel gilt: Technische Fehler beheben zuerst, weil schlechte Grundlagen jeden Content-Aufwand abschwächen. Danach folgt OnPage-Optimierung für Seiten mit bestehendem Ranking-Potenzial. Linkaufbau kommt erst dann sinnvoll ins Spiel, wenn die eigene Seite das gibt, was sie verspricht.

Wer ein Audit beauftragt, sollte darauf bestehen, dass die Ergebnisse priorisiert und mit konkreten Handlungsempfehlungen versehen werden. Eine hundert Seiten lange Fehlerliste ohne Gewichtung bringt wenig, wenn intern weder Zeit noch Budget für alles vorhanden ist. Die Wirkung entsteht durch konsequentes Abarbeiten der wichtigsten Punkte, nicht durch die schiere Anzahl identifizierter Baustellen.